Kreis Offenbach | Perspektive Älterwerden

1. Aktives Alter 30 2 Beratung & Information Erben und Vererben An die letzten Dingemöchten viele zu Lebzeiten noch nicht denken – mit fatalen Konsequenzen: Nicht nur bei einemplötzlichen Tod stehen die Hinterbliebenen häufig vor dem Rätsel, was mit dem Erbe zu gesche- hen hat. Frühzeitige Regelungen können Verwirrun- gen und Streitigkeiten vermeiden, wenn sie den ge- setzlichen Regelungen genügen. Obwohl das Erbrecht, das im Bürgerlichen Gesetz- buch (BGB) geregelt ist, für den Laien kompliziert er- scheint, gibt es ein paar einfache Grundsätze. So er- ben Kinder und Ehepartner immer, denn sie haben Pflichtteilsansprüche. Auch der testamentarische Al- leinerbe muss diesen Pflichten nachkommen. Eine häufig gestellte Frage: Wie hat ein Testament auszusehen, damit es Gültigkeit erlangt? Zunächst gibt es das privatschriftliche oder hand- schriftliche Testament. Esmuss tatsächlich vomErb- lasser persönlich und handschriftlich verfasst und unterzeichnet sein. Der Wille muss klar und unmiss- verständlich ausgedrückt werden. Wichtig ist die Nennung der Erben und die Verteilung des Erbes. AuchOrt und Zeitpunkt des Verfassens sollten enthal- ten sein, für die Gültigkeit ist dies jedoch nicht zwin- gend notwendig. Damit könnten bei Vorliegen meh- rerer Testamente aber Missverständnisse vermieden werden. Laut Stiftung Warentest sind über 90% aller handschriftlichen Testamente fehlerhaft. Zahlreiche Irrtümer im Erbrecht sind Ursache für die fehlerhaf- ten Testamente. Mehrere Möglichkeiten der Gestaltung Ehepaare können in einem sogenannten gemein- schaftlichen Testament ihren letzten Willen hand- schriftlich bekunden, auch hier sind die Unterschrif- ten der Erblasser erforderlich. Die Alternative ist ein notariell beurkundetes Testament oder aber ein Erb- vertrag. Grundsätzlich lässt sich ein Testament jederzeit auf- heben oder erneuern und abändern. Ist aber ein ge- meinschaftliches Testament mit dem Ehepartner er- richtet worden, kann man sich nur eingeschränkt davon lösen. Noch mehr Bindungswirkung entfaltet der Erbvertrag. Hier können auch die gesetzlichen Erben mit einbezogen werden, die eventuell auf ihre Erbteile oder sogar auf ihre Pflichtteile ganz oder teil- weise wirksam verzichten. Lassen Sie sich beraten Lassen Sie sich ausführlich durch einen Rechtsbei- stand oder ein Notariat beraten. Besonders bei Im- mobilienbesitz ist die Beratung durch eine fachkun- dige Kanzlei zu empfehlen. Rechtssicherheit zahlt sich aus!

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